Mandatsverträge

Auftrag / Mandatsvertrag / Freelance – es gibt noch mehr Begriffe und meint doch immer dasselbe. Eine NGO kann damit schnell auf ein zeitlich befristetes, erhöhtes Arbeitsvolumen reagieren oder betriebsfremdes Know-how. Und es gibt viele Selbständigerwerbende, die diese Aufträge suchen und gerne annehmen.

Es gibt in diesem Bereich so viele Formen von Verträgen wie es NGOs gibt, oder sogar mehr. Unter Mandatsverträgen werden auch befristete Verträge, Vereinbarung, Einsatzvertrag, Honorarvertrag, Stundenlohnverträge u.a.m. verstanden.

Der gesetzliche Rahmen ist im OR zu finden («Der Auftrag» Art. 394 - 406). Diese Artikel sind sehr allgemein gehalten und lassen sehr viel Spielraum. So gibt es Verträge, die nur gerade die Rahmenbedingungen regeln wie Dauer, Ort, Inhalte Ziele und Honorar. Aber auch solche, die Sozialversicherungsabgaben in Abzug bringen, die Ferien und den Dreizehnten bezahlen, die den Lohn bei Krankheit, Unfall, Schwangerschaft und sogar die Weiterbildungspflicht regeln.

Man kann Mandatsverträge nicht grundsätzlich verteufeln. Es gibt durchaus für beide Parteien sinnvolle Verträge, die der jeweiligen Situation angepasst sind. Die meisten NGO erhalten Aufträge von der öffentlichen Hand, diese werden je länger je mehr kurzfristg vergeben (Sparmassnahmen). Auf solche Aufträge kann eine Institution mit Mandatsverträgen reagieren und es gibt viele Selbständigerwerbende, die diese Aufträge gerne annehmen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber es gibt einiges, auf das aus gewerkschaftlicher Sicht geachtet werden muss.

  • Werden durch MandatärInnen ordentliche Stellen eingespart?
  • Wird durch MandatärInnen Lohndumping betrieben?
  • Handelt es sich nicht um eine Scheinselbständigkeit?

Frei schaffend – frei fallend?

Die VPOD-Broschüre «Frei schaffend – frei fallend?» bietet einen detaillierten Vergleich der rechtlichen Grundlagen von Mandatsverträgen mit den arbeitsrechtlichen Bedingungen für Festangestellte:

  • Was sind Auftragsverhältnisse, was sind faktisch Anstellungsverhältnisse?
  • Wie sind die Sozialleistungen im Mandatsverhältnis abzudecken?
  • Welche Vorkehrungen für Krankheit und Unfall sind nötig?

Zudem wird gezeigt, welche Regelungen gelten sollten, damit nicht Freischaffende und Festangestellte gegeneinander ausgespielt werden können.

Zusätzlich zur VPOD-Broschüre kann ein Mustervertrag für Freelancer bestellt werden. Für Gewerkschaftsmitglieder ist die zweisprachige Broschüre (D/F) kostenlos, für Nicht-Mitglieder CHF 20.–